Top

Doppeltwirkende Hydraulikzylinder

Die doppeltwirkenden Hydraulikzylinder können sowohl eine Last drücken, wie auch ziehen. Ihre Anwendungsbereiche sind im Pressen- und Vorrichtungsbau, bei Schwermontagen und Groß-Reparaturen oder wo sonst sowohl Druck- als auch Zugkräfte erforderlich sind.

Die Funktion

Funktion doppeltwirkender Zylinder Doppeltwirkende Hydraulikzylinder verfügen über zwei Ölkammern, die durch den Kolbenboden räumlich getrennt sind. Wird Öl in die untere Kammer des Zylinders gepumpt, fährt der Kolben aus und drückt das Öl aus der oberen Kammer. Beim Einfahren des Kolbens wird dieser Prozess umgekehrt.

Das System

Gespeist wird ein doppeltwirkender Zylinder über eine Hydraulikpumpe. Als Voraussetzung muss diese Pumpe neben dem Ölausgang einen Tankanschluss besitzen. Hierüber wird ein 4/3-Wege-Ventil angeschlossen, das die Ölströme über Schläuche in die jeweiligen Ölkammern des doppeltwirkenden Zylinders führt. Das Ventil steuert das Ausfahren, Halten und Einfahren des Kolbens durch hand- oder kraftbetriebenes Umschalten des Reglers. Fließt das Öl in die eine Kammer des Zylinders, entweicht das Öl aus der anderen Kammer und strömt in den Tank zurück. Ein höchst einfaches Prinzip was den Vorteil gegenüber einfachwirkenden Zylindern hat, dass sowohl Druck- als auch Zugkräfte entstehen.

Unterschied zwischen Druck- und Zugkräften

Bedingt durch die Konstruktion, ist die Kammer zum Ausfahren des Kolbens größer als die zum Einfahren. Der Kolben sieht aus als wäre am Ende einer Stange eine größere Scheibe aufgeflanscht. Wird der Öldruck in der unteren Kammer erhöht, drückt das Öl gegen die Scheibe und schiebt den Kolben nach oben. In umgekehrter Richtung drückt das Öl von oben auf die Scheibe und der Kolben fährt wieder ein. Die Scheibenfläche wird hier aber um den Querschnitt der Kolbenstange dezimiert, sodass die Zugkräfte im Verhältnis zu den Druckkräften kleiner sind.

Entlüften doppeltwirkender Hydraulikzylinder

Bei Neukauf oder nach einer Reparatur sind Hydraulikzylinder meist nicht mit Öl befüllt. In diesem Zustand sollte man sie auf keinen Fall in Betrieb nehmen. Dies könnte im schlimmsten Fall zum Platzen der Zylinderkörper führen. Hydraulikzylinder müssen vor Inbetriebnahme komplett entlüftet werden. Hierzu schließt man die Schläuche, das Ventil und die Pumpe an und kontrolliert die Verbindungen auf Dichtheit. Da die entweichende Luft leichter ist als Öl wird sie nach oben ausströmen wollen. Der einzige Ausweg aus dem System ist durch den Tank der Pumpe. Will man das System also komplett luftleer kriegen, platziert man die Pumpe oberhalb des Zylinders. Nun wird der Zylinder unter leichtem Druck ausgefahren. Bei Erreichen des Anschlags kehrt man die Hubrichtung um und wiederholt den Vorgang bis der Stick-Slip-Effekt am Zylinder aufhört und man sich sicher ist, das die Luft entweicht ist.
Das Entlüften funktioniert auch wenn der Ölanschluss nicht am oberen Rand des Zylinders ist, sondern unten über der Bodenplatte angebracht ist. Nach mehreren Zyklen ist die Luft entwichen. Die Erklärung hierfür ist einfach. Wenn das Öl in den Zylinder drückt steigt der Druck an. Die Luft ist eingeschlossen und kann nicht weg. Durch den erhöhten Druck beginnt sich die Luft im Öl teilweise zu lösen. Beim Umkehren der Hubrichtung wird das Öl mit der Luft in den Pumpentank befördert. In diesem herrscht normaler Luftdruck. Das Öl-Luft-Gemisch entspannt sich und die Luft kann aus dem Öl entweichen.
Erwähnenswert ist, dass Yale seine Hydraulikgeräte komplett einsatzbereit und entlüftet ausliefert.

AGB
Zahlung auf Rechnung. Preise gelten ab Werk zzgl. Fracht und Verpackung.
Verkauf nur an Gewerbetreibende, Vereine und öffentlich Dienste.
Rosinski GmbH Logo klein