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Elektrokettenzüge stationär

Die Elektrokettenzüge stationär sind elektrisch angetriebene Hebezeuge, die den Bestimmungen der DGUV Vorschriften 54 untergeordnet sind. Das Hebezeug kann fest an einem Standort montiert sein, oder aber mobil einsetzbar sein. In der Regel haben stationäre Elektrokettenzüge eine Hakenaufhängung oder eine Bügelaufhängung.
Wichtigstes Auswahlkriterium ist beim Elektrokettenzug stationär die Tragkraft und der Hub. Aber auch die Spannung kann die Entscheidung für einen Elektrokettenzug bestimmen.

Angeboten werden nur Elektrokettenzüge von namenhaften Marken.

Informationen zu Elektrokettenzügen

Einstufung von Elektrokettenzügen

Die Lebensdauer von Elektrokettenzügen wird in einer Triebwerksgruppe festgelegt. Hierbei wird die durchschnittliche Laufzeit und die relative Belastung berücksichtigt.

Triebwerksgruppe Theoretische Nutzung D
1Dm / M1 100 h
1Cm / M2 200 h
1Bm / M3 400 h
1Am / M4 800 h
2m / M5 1600 h
3m / M6 3200 h
4m / M7 6300 h
5m / M8 12500 h

Neben den üblichen Auswahlkriterien wie Tragfähigkeit, Hubgeschwindigkeit und Baumaßen sind auch folgende Auslegungsmerkmale zu berücksichtigen:

1. Auswahl der Motore nach FEM 9.683

Neben dem notwendigen Drehmoment ist ein wesentliches Auslegungskriterium die Erwärmung des Motors. In diesem Rahmen werden 2 Betriebsarten unterschieden:

1.1 Aussetzbetrieb

Hierbei wird der Motor für eine Folge gleicher Spiele, bestehend aus Laufzeiten mit konstanter Belastung und Pausen ausgelegt.
Die Erwärmung hängt von der relativen Einschaltdauer, d. h. dem Verhältnis von Laufzeiten unter Last zur Gesamtlaufzeit und der Anzahl von Einschaltungen je Stunde ab.
Einschaltdauer Berechnung
Die maximale Spielzahl, die bei voller Traglast gefahren werden kann, errechnet sich zu:
Spielzahl je Stunde
S = Spielzahl je Stunde
ED = Einschaltdauer in %
V = Hubgeschwindigkeit in m/min
H = mittlere Hubhöhe in m

Ein Spiel stellt hierbei einen Bewegungsablauf einschließlich Heben, Senken und Pause dar. Es muss sichergestellt werden, dass die Hubhöhe hierbei nicht größer ist, als es die Einschaltdauer während eines 10-Minuten-Spieles zulässt
Mittlere Hubhöhe berechnen
und gleichzeitig die zulässige Anzahl von Einschaltungen nicht überschritten wird.
Es wird von 6 Schaltungen je Spiel ausgegangen.

1.2 Kurzzeitbetrieb

Für besondere Anwendungen, z. B. große Hakenwege darf der Motor nur so lange betrieben werden, bis die Grenztemperatur erreicht ist. In diesem Fall ist der Motor für den Kurzzeitbetrieb zu bemessen, d. h. der Motor kann bei 10 zulässigen Einschaltungen über eine bestimmte Zeit (bei Yale Produkten 30 Min.) betrieben werden. Danach muss er auf Raumtemperatur abkühlen.

1.3 Berechnungsbeispiel Aussetzbetrieb

Elektrokettenzug:CPV 5-8
Hubgeschwindigkeit:8 m/min
Hub:2,8 m
ED:50 %
c/h:180

Anzahl Spiele je Std.
Anzahl Spiele je Stunde
Hubweg max.
Hubweg max
Anzahl Schaltungen
Anzahl der Schaltungen

2. Einstufung der Hebezeuge nach FEM 9.511

Um ein Hebezeug optimal auszulegen, muss neben der Tragfähigkeit auch die erforderliche Triebwerksgruppe bekannt sein. Entsprechend dieser Gruppe wird die theoretische Nutzungsdauer der mechanischen Bauteile in Volllaststunden bemessen:
Einstufung motorisierte Kettenzüge
Bei einer der Einstufung entsprechenden Nutzung ergibt sich eine tatsächliche Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist ist eine Generalüberholung erforderlich.
Zur Bestimmung der Triebwerksgruppe müssen folgende Werte ermittelt werden:

2.1 Mittlere Laufzeit je Tag

Die mittlere Laufzeit je Tag kann geschätzt oder wie folgt berechnet werden:
Laufzeit Prot Tag

2.2 Belastungsart

Die Belastungsart gibt an, in welchem Umfang ein Hebezeug der Höchstbeanspruchung oder nur kleineren Beanspruchungen ausgesetzt werden kann. Die Belastungsart kann berechnet oder nach folgenden Schemen geschätzt werden:
Schema motorisierte Kettenzüge

2.3 Triebwerksgruppe

Aus Laufzeit und Belastungsart wird die Triebwerksgruppe ermittelt:
Triebwerksgruppe motorisierte Kettenzüge

UVV-Prüfung von Elektrokettenzügen

Elektrokettenzüge müssen mindestens einmal jährlich nach den Bestimmungen der DGUV Vorschrift 54 und 52 geprüft werden. Hierbei muss das Prüfergebnis in einem Prüfbericht festgehalten werden und eine Restlebensdauerberechnung für die Elektrokettenzüge durchgeführt werden. Elektrische Kettenzüge müssen wie Handkettenzüge bzw. Stirnradflaschenzüge und Druckluftkettenzüge mit Nennlast geprüft werden. Dabei wird der Betrieb der Kransysteme auf Sicherheit geprüft. Leistungen der Bremse, der Lasthaken mit Kette und die Gesamtkonstruktion werden hier unter Realbedingungen getestet. Vor der Lastprobe sollten elektrische Kettenzüge genauestens auf Schäden untersucht werden. Ist der Lasthaken aufgebogen, die Lastkette gelängt oder Bremse beschädigt. Vergewissern Sie sich, dass die Rutschkupplung noch richtig eingestellt ist und keinen verschleiß hat. Ob Schützsteuerung oder Direktsteuerung, der elektrische Zustand des Zuges sollte Einwandfrei sein. Erst nach erfolgreicher Prüfung darf eine Prüfplakette vergeben werden.


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