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Auffanggurte / Haltegurte

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Auffanggurte für die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz müssen die Norm EN 361 erfüllen. Die Auffanggurte gibt es in unterschiedlichen Varianten. Sie unterscheiden sich z.B. in der Anzahl der Auffangösen und Halteösen oder in ihrer Ausstattung und dem Grad des Tragekomforts.
Ein Auffanggurt bieten nur dann den nötigen Arbeitsschutz wenn er korrekt anliegt.

Auffanggurte korrekt anlegen

Korrektes Anlegen der Auffanggurte / Haltegurte ist für den Arbeitsschutz von höchster Wichtigkeit. Die korrekte Einstellung der Schultergurte und Beinschlaufen führt zu einem größeren Komfort bei der Arbeit und einem optimalen Fallschutz. Es ist wichtig, die Auffanggurte vor dem Anlegen einer Sichtinspektion zu unterziehen, um sich des guten Zustands der Ausrüstung zu vergewissern.

Auffanggurt richtig anlegen

1. Schritt
Den Auffanggurt am Rücken-D-Ring zur Befestigung des Auffangsystems hochheben, sicherstellen, dass kein Gurt verdreht oder verknotet ist. Falls erforderlich alle Schnallen lösen.
2. Schritt
Die Schultergurte greifen und den Auffanggurt / Haltegurt anlegen, als wäre er eine Weste. Der Rücken-D-Ring zur Befestigung des Auffangsystems muss sich in der Mitte des Rückens in Höhe der Schulterblätter befinden. Sicherstellen, dass die Gurte der Träger nicht verdreht sind und dass sie senkrecht verlaufen.
3. Schritt
Den Brustgurt schließen.
4. Schritt
Dann jeden Schultergurt individuell so einstellen, dass der Sitzgurt korrekt unter den Schenkeln positioniert wird.
5. Schritt
Nacheinander die Beinschlaufen zwischen den Beinen durchführen, um sie mit der Hüftschnalle der jeweiligen Seite zu verbinden. Achtung: Immer darauf achten, die Beinschlaufen nicht zu kreuzen oder zu verdrehen.
6. Schritt
Die Beinschlaufen so einstellen, dass eine Hand leicht unter den Gurt geschoben werden kann. Wenn die Faust untergeschoben werden kann, ist der Gurt zu locker und muss nachgestellt werden. Besitzt der Auffanggurt einen geschlossenen Haltegurt sollte dieser bequem eingestellt werden. Darauf achten, dass die freien Gurtenden in den Kunststoffgleitern gesichert sind, um die Bewegungen nicht zu behindern.

Definition Auffanggurt

Der Auffanggurt als Absturzsicherung sollte immer das letzte Mittel zur Sicherung am Arbeitsplatz sein. Die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz PSAgA sollte nur angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht mehr greifen.

Der Auffanggurt nach DIN EN 361

Skylotec Auffanggurt IGNITE nach DIN EN 361 Auffanggurte von Rosinski bieten einen hohen Komfort, viele Features und verlässlichen Schutz. Unsere effizienten Auffanggurte renommierter Hersteller lassen sich über Schnellverschlüsse und farblich abgesetzte geschmeidige Gurtbänder leicht und schnell anlegen, sind bequem und angenehm auch über Stunden zu tragen. Unsere Auffanggurte verfügen über breit gepolsterte Schulter- und Beinriemen für seilunterstütztes Arbeiten, besondere Auffang- und Halteösen, die bei Nichtbenutzung einfach eingeklappt werden, integrierte Signalwesten um auch bei schlechter Sicht gesehen zu werden, sowie elastische Gurtbänder, die sich dem Körper eng anschmiegen und dennoch nicht stören.
Der Klassischer unter den Auffanggurten im gewerblichen Bereich verfügt mindestens über eine Auffangöse am Rücken, optional eine an der Brust und hat einstellbare Gurtbänder, die den Oberkörper und die Beine umschließen. Er ist Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) und wird nach DIN EN 361 geprüft. Ein solcher Auffanggurt ist für den Fall eines Absturzes konzipiert und bedenkenlos hierfür einsetzbar.
Alternativ kann ein solcher Gurt mit einer Steigschutzöse am Bauch oder einem Haltegurt ausgerüstet sein. Die Steigschutzöse eignet sich zur Nutzung von fest installierten Steigschutzsystemen an Ortsfesten Aufstiegen, Halteösen zum Positionieren und freihändigen Arbeiten am Arbeitsplatz.
Ein empfehlenswertes Accessoire für einen Auffanggurt ist die Trittschlinge. Sie ist im eingerollten Zustand sehr klein und lässt sich gut am Gurt befestigen. In Folge eines Absturzes droht dem Verunglückten ein Hängetrauma. Mit der Trittschlinge hat er die Möglichkeit aktiv gegen die Problematik arbeiten zu können.

Der Sitzgurt nach DIN EN 813

Petzl Sitzgurt SEQUOIA nach DIN EN 813 Der Sitzgurt nach DIN EN 813 bietet dem Nutzer optimalen Komfort bei der Arbeit und unterstützt ihn bei seiner sitzenden Tätigkeit. Er ermöglicht ein längeres Hängen bzw. Sitzen im Seil und bietet dabei große Bewegungsfreiheit.
Vereinfacht betrachtet ist der Sitzgurt eine Verbindung aus Haltegurt und Beinschlaufen, die das Gesäß umschließen. Angeschlagen wird der Sitzgurt mit einem Knoten oder Karabiner in der Bauchgurtöse. Der Anseilpunkt liegt somit relativ tief und zentral auf Höhe des Körperschwerpunktes. Bei leicht angespannter Bauchmuskulatur kommt der Nutzer automatisch in eine sehr komfortable Sitzposition. Sitzgurte gelten unter den besonderen Bestimmungen der TRBS 2121 Teil 3 (Absturzgefährdung - Seilzugangstechnik) als geeignet für "Baumkletterer". Sie kommen dann zum Einsatz, wenn keine direkte Absturzgefahr droht. Ohnehin wird bei einer seilgestützten Arbeit, bei der man üblicherweise in hängender Position arbeitet, nicht davon ausgegangen, dass unkontrollierte Stürze eintreten. Ein Absturz mit einem Sitzgurt und ein eventueller Auffangvorgang muss ausgeschlossen werden können.
Ausnahmen gibt es hier im Klettersport, wo man in der Regel dynamische Seile verwendet. Diese dehnbaren Seile mindern den Fangstoß auf ein erträgliches Maß. Häufig ist man hier auch durch eine zweite Person am Seil gesichert. Im Kletter- oder Freizeitsport sind die in einem Sitzgurt aufzufangenden Stürze in der Regel kurz und kontrolliert. Entscheidend ist wohl auch das ein Kletterer eine gewisse Fitness mitbringt.
Ein guter Sitzgurt verfügt vorne und hinten über Anseilpunkte und zudem über seitliche Halteösen nach DIN EN 358. Diese ermöglichen ein exaktes Positionierung in den verschiedensten Lagen. Hinzukommt eine gute breite Polsterung, die zum Arbeiten über längere Zeit in hängender Position befähigt und Werkzeugschlaufen, die die Mitnahme von Geräten, Karabinern, Bandschlingen und weiterer Ausrüstungsgegenstände erlauben.
Meist lassen sich an die Sitzgurte noch verstellbare Brustgurte einklinken, die eine aufrechte Haltung im Seil ermöglichen.

Komplettgurt nach DIN EN 813 und DIN EN 361

Petzl Komplettgurt ASTRO nach DIN EN 813 und DIN EN 361 Der Komplettgurt bildet quasi eine Kombination aus Sitz-, Brust- und Auffanggurt nach DIN EN 813 / DIN EN 361. Er wird genutzt um aufrecht hängend im Seil über lange Zeit zu arbeiten. Der Komplettgurt vereint den Komfort eines Sitzgurtes mit den Sicherheitsaspekten des Auffanggurtes. Er ist das Werkzeug der Industriekletterer und für Anwendungen nach TRBS 2121 Teil 3 (Absturzgefährdung – Seilzugangstechnik) zugelassen. Seine Auffangösen an Brust und Rücken werden für herkömmliche Auffang- bzw. Sicherungssysteme nach DIN EN 363 genutzt. Die Bauchöse findet beim Klettern in Steigschutzsystemen Verwendung. Zudem kann die Steigschutzöse auch für Arbeiten im Seil eingesetzt werden. Hierzu müssen die Beinschlaufen aber mit einer guten breiten Polsterung ausgestattet sein. Überdies verfügt der Komplettgurt über zwei seitliche Halteösen, die ein Positionieren in jeder Lage erlauben. Für den Industriekletterer sind breite atmungsaktive Rückenpolster empfehlenswert. Auch Materialschlaufen sollten beim Klettern nicht fehlen. Ein Industriekletterer muss für alle Eventualitäten vorsorgen und hat in der Regel eine Menge Equipment am Mann.
Der Komplettgurt darf und kann alles. Er ist universell einsetzbar und bietet in jeder Situation die geeigneten Features. Ein Allrounder in jeder Höhenlage.

Haltegurt nach DIN EN 358

Tractel Haltegurt nach DIN EN 358 Ein Haltegurt ist in der Regel spartanisch ausgestattet, bestehend oftmals nur aus einem breiten Gurtband mit zwei seitlichen Halteösen. In Verbindung mit einem angeschlagenen Halteseil schränkt er den Bewegungsradius des Nutzers ein und hindert ihn daran Absturzkanten zu queren. Der Haltegurt schützt vor Abstürzen in dem er ihnen vorbeugt. Auch wenn bei Rückhaltesystemen nicht mit einem Absturz zu rechnen ist muss der Anschlagpunkt, beispielsweise ein Sekurant, eine Mindestfestigkeit von 10 kN aufweisen.
Zudem wird der Haltegurt eingesetzt um den Nutzer gegen die Schwerkraft in der gewünschten Arbeitsposition zu halten. Für diesen Zweck sollte der Haltegurt mit einer breiten atmungsaktiven Rückenpolsterung versehen sein.

Relevante Normen

Die Gurte zur Absturzsicherung müssen der Europäischen Norm EN 361 entsprechen.
Für die Gurte zur Positionierung, Haltegurte, gilt die Norm EN 358.
Gurte, die sowohl als Absturzsicherung als auch zur Positionierung verwendet werden sollen, müssen demnach die Vorgaben beider Normen erfüllen.
Relevant in diesem Zusammenhang sind noch die
EN 362 - Verbindungselemente
EN 363 - Auffangsysteme
EN 364 - Prüfverfahren
EN 365 - Kennzeichnung
EN 813 - Sitzgurte.


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