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Handbetriebene Hebezeuge

Handbetriebene Hebezeuge lassen sich in vier Oberspaten einordnen: Kettenzüge, Handseilzüge, Handwinden und Zahnstangenwinden.

Handbetriebene Kettenzüge

Handbetriebene Kettenzüge sind Hebezeuge die mit einer Rundgliedkette oder vereinzelt auch mit Rollenkette Lasten anheben. Durch ausgeklügelte Getriebe können Lasten in höheren Tornagen ohne gewaltigen Kraftaufwand angehoben werden.

Verschiedene Arten von Kettenzügen

Die manuellen Kettenzüge unterscheiden sich in Hebezelzüge, Flaschenzüge (Handkettenzüge) und Flaschenzüge mit Fahrwerken.

Hebelzug
Hebelzüge sind kompakte Züge wobei die Kraftübertragung über einen Hebel vollzogen wird. Durch die Hebelwirkung und ein spezielles Stirnradgetriebe kann mit geringem Kraftaufwand Lasten bis zu 9000 kg gehoben werden. Die kleinsten Größen beginnen bereits bei 250 kg.

Flaschenzug
Stirnradflaschenzüge oder auch kurz Flaschenzüge werden über eine Handkette angetrieben. Beim Zug an der Handkette wird die Kraft über ein Haspelrad auf den Flaschenzug gegeben. Deshalb werden die Züge auch häufig Handkettenzug genannt. Am häufigsten werden diese eingesetzt wenn der Zug über dem Anwender angebracht wird. Die Handkette wird meistens auf die Höhe des aufgehängten Zuges angepasst.

Flaschenzug mit Fahrwerk
Flaschenzüge mit Fahrwerk haben den Vorteil, dass die Lasten an einem vorhandenen I-Träger verfahren werden können. Es gibt hierfür Rollfahrwerke die durch Zug an der Lastkette verfahren werden oder Haspelfahrwerke die über eine Handkette angetrieben werden.

Funktionsweise von Kettenzügen

Kettenzüge haben eine stabile Rundgliedkette die bestimmte vorgaben erfüllen muss. Eine Hebezeugkette muss sich bei Überlast zunächst dehnen, bevor sie reist. Der Lasthaken, der das Bindeglied zur Last ist, muss sich vor dem Bruch ebenfalls vorher aufbiegen. Die Last wird mit dem Haken und der Kette über eine Kettennuss angehoben. Die Kraft wird reduziert durch ein Stirnradgetriebe. Gehalten wird die Last schließlich über eine Lastdruckbremse. Je nach Kettenzug-Typ wird die Kraft zum Anheben über ein Haspelrad mit Handkette oder einen Handhebel aufgebracht.

Handseilzüge

Handseilzug / Greifzug
Anders als bei Kettenzügen haben Handseilzüge oder auch Greifzüge den großen Vorteil, dass der Hub hier schnell durch Wechsel des Seiles verändert werden kann. Das Seil wird beim Greifzug auf die gewünschte Länge in den Zug gezogen und dann arretiert. Zudem kann durch Einscheren des Seils die Tragkraft vom Handseilzug einfach erhöht werden. Damit ist der Greifzug ein sehr flexibles und mobiles Hebezeug.

Handseilwinden / Handwinden

Handseilwinde
Handwinden sind fest montierte handbetriebene Hebezeuge. Das Seil wird hier auf eine Trommel aufgewickelt. Dadurch ist der Hub anders als bei Handseilzügen begrenzt.
Die Handseilwinden werden an einem Ort fest montiert und sind damit nicht besonders mobil. Unterschieden wird zwischen Wandwinden (befestigt an der Wand), Konsolenseilwinden (befestigt auf einer Konsole) und Theaterwinden (erhöhte Sicherheitsanforderungen).
Die Last wird bei den Handwinden sicher durch eine Lastdruckbremse gehalten.

Zahnstangenwinden

Zahnstangenwinde / Stahlwinde
Zahnstangenwinden sind Stockwinden oder Stahlwinden. Angetrieben über eine Kurbel wird die Last an einer Zahnstange befördert. Diese handbetriebenen Hebezeuge wurden schon vor über hundert Jahren zum Anheben von Kutschen verwendet.
Die Lastdruckbremse befindet sich bei den Zahnstangenwinden in der Kurbel. Damit wird die Last auf jeder Position sicher gehalten.

Prüfung von handbetriebenen Hebezeugen

Handbetriebene Hebezeuge müssen mindestens einmal jährlich einer UVV-Prüfung unterzogen werden. Diese UVV-Prüfung wird nach den Bestimmungen der DGUV Vorschrift 52 und 54 vollzogen. Die Ergebnisse der Prüfung müssen in einem Prüfdokument festgehalten werden. Nur nach einem positiven Prüfergebnis darf ein Hebezeug weiterhin benutzt werden.


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